Herzlich willkommen am 4. Februar 2012.      In Sandomierz ist es 09:38 Uhr.

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In ein paar Worten über die Geschichte der Stadt

     Sandomierz ist eine Stadt von zehn Jahrhunderte dauernder Geschichte, malerisch am Rande der Kielecko- Sandomierska Hochebene, die in das Weichseltal mit hohen Böschungen herabsinkt, gelegen.
     Früher gehörte Sandomierz zu den größten Städten Polens. Als „sedes regni principales” war sie der Sitz von Fürsten und eine königliche Residenz. Seit zehn Jahrhunderten mit dem Christentum verbunden, war sie zusammen mit dem nahe gelegenen Zawichost ein Kommunikationsknoten des internationalen Handelsweges, der vom Westeuropa über Wrocław (Breslau), Kraków (Krakau), Wiślica und Sandomierz nach Ruthenien und weiter nach Osten bis zum Mongolischen Imperium führte. Sandomierz und Zawichost haben den Hauptübergang über die Weichsel bewacht.
     Sandomierz und das Sandomierzer Landgebiet wurden schon im 12. Jahrhundert von dem Heiligen Bernard aus Clairvaux in das Christianisierungsprogramm für den Osten eingeschlossen, dessen ein deutliches Zeichen waren: die Gründung der Zistenzienserabtei in der naheliegenden Stadt Koprzywnica im Jahre 1185, und am Anfang und in der Hälfte des 13. Jahrhundert des Dominikanerklosters in Sandomierz (1126) und des Klarissinenklosters in Zawichost (1245). Der Sandomierzer Dominikaner-Konvent war der zweite in Kleinpolen nach dem Krakauer, und das Klarissinenkloster war ein der ersten im Mitteleuropa. Diese Stiftungen wurden von polnischen Herzogen, Bischöfen und Machthabern unterstützt.
     Die Ortbestimmung der Klöster den Haupthandelsweg entlang hat Sandomierz mit Europa nicht nur politisch, sondern vor allem wirtschaftlich und kulturell verbunden. Die Beziehungen waren gegenseitig - man erwähne nur, dass die architektonischen Ausführungen der Klosterkirchen von den Dominikanern und der Klarissinen die Ausführungen von Klöstern im Westeuropa beeinflusst haben.
     Das quellenbeglaubigte Bestehen im 12. Jahrhundert von vier Kirchen in Sandomierz und den bei ihnen tätigen Pfarrschulen, vor allem der Kollegiatsschule, hatten eine nicht nur lokale Bedeutung. Die historischen Untersuchungen zeigen auf ein hohes, außer den Grenzen Polens hochgeschätztes Bildungsniveau in der Kollegiatsschule. Den Rang von Sandomierz bestätigt die Bedeutung der Sandomierzer Kollegiatskirche, die im damaligen Polen die zweite nach der Krakauer war. Das hohe Bildungsniveau dauerte fast bis in die heutige Zeit über. Im 16. Jahrhundert haben mehrere Sandomierzer an der Krakauer Akademie studiert. Die Bürger von Sandomierz waren z.B. Sebastian Petrycy von Pilsen - ein Arzt, der gleichzeitig als Übersetzer und Deuter der Werke von Aristoteles bekannt war, Jan Porębny - ein Medizin- und Philosophiedoktor, sowie der berühmteste aller Ärzte - Stanisław Bartolon der Ältere. Marcin von Urzędów hat sich nach dem Studium in Padua und in Krakau in Sandomeirz niedergelassen, wo er das erste polnische botanische Lexikon ausarbeitete.
     Zwifelsohne war der berühmteste Sandomierzer Mikołaj Gomółka - ein Komponist, der Autor von den 1580 herausgegebenen „Melodien zum polnischen Psalter” zu Wörtern von Jan Kochanowski, dem berühmtesten polnischen Dichter der Renaissance - Zeit. Im 17. Jahrhundert haben die Sandomierzer Jesuiten eine Oberschule neuer Art gegründet, die sie bis zur Auflösung des Ordens 1773 führten.
     Mit dem Sandomierzer Collegium waren unter anderen Aleksander Rzączyński, ein bedeutender Phisiograph und Ornithologe sowie Józef Karsznicki - ein Architekt, verbunden. In der Zwischenkriegszeit war in dem Jesuitengebäude die von einem berühmten Pädagogen Aleksander Patkowski gegründete und geführte Regionale Volksuniversität tätig. Seit dem Jahre 1636 ist in Sandomierz das Priesterseminar tätig. Heutzutage befinden sich in Sandomierz auch: das Lehrerkolleg für Fremdsprachen, das Liturgische Institunt der Theologischen Papst- Akademie und die Humanistisch- Naturwissenschaftliche Hochschule.
     Die Jahrhunderte dauernde Aufblühung von Sandomierz ist bis heute in zahlreichen Stadt- und Sakralgebäuden zu sehen, die von Leuten größter Toleranz gestiftet und erbaut wurden. Man erwähne hier das spezielle Privileg vom Jahre 1367, das der jüdischen Gemeinde, der zweitgrößten in Polen nach der Krakauer, die königliche Obhut sicherte, sowie das „Sandomeirzer Abkommen” vom Jahre 1570, das zwischen den Kalvinisten, Lutheranern und den Böhmischen Brüdern geschlossen wurde.
     Von über 120 Architekturdenkmälern in Sandomierz werden als die wertvollsten folgende geschätzt: der architektonisch - landschaftliche Komplex der Altstadt mit der urbanistischen Anlage von der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und das Dominikanerkloster mit der St. Jakob Kirche. Es sind auch Reste des gotischen Fetstungskomplexes mit dem Opatowska - Tor und dem Schloss, das Rathaus, die Kathedrale, zahlreiche Kirchen, Bürgerhäuser und Herrenhäuser erhalten geblieben. 

     Trotz aller historischen Unbilden des Schicksals, ist Sandomierz bis heute ohne Zweifel eine europäische Stadt, denn sie hat das Gepräge der Geschichte Europas erhalten und gehört zu ihrem Kulturerben.

Bearbeitet von: Marek Juszczyk
Übersetzt von: Dorota Królikowska

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